Zuletzt aktualisiert am 25. Oktober 2026
„Wenn ich mich so spezialisiere, habe ich vielleicht gar nicht mehr so viele Anfragen.“ Diesen Gedanken hast du wahrscheinlich auch schon gehabt, als es um deine Positionierung ging. Und er ist total nachvollziehbar. Wer gerade nicht genug Anfragen hat, will nicht freiwillig auf einen Teil der Paare verzichten.
Nur ist es so, dass eine klare Positionierung selten weniger Anfragen bringt. Sie bringt andere. Weniger Paare, die nur nach dem Preis fragen. Dafür mehr Paare, die nach dem ersten Blick auf deine Seite denken, dass sie genau dich suchen.
Warum sich „für alle“ als Hochzeitsplanerin sicher anfühlt
Wenn auf deiner Website steht, dass du jede Hochzeit begleitest, groß oder klein, klassisch oder modern, fühlt sich das erst mal sicher an. Niemand fühlt sich ausgeschlossen. Das Problem ist nur, dass sich auch niemand so richtig gemeint fühlt.
Ein Paar, das gerade verlobt ist, schaut sich in kurzer Zeit viele Seiten an. Wenn alle ungefähr dasselbe versprechen, unvergesslich, individuell, mit Liebe zum Detail, dann entscheidet am Ende kaum noch die Arbeit, sondern der Zufall oder der Preis. Du bist dann nicht zu teuer, du bist nur nicht erklärt.
Was eine Nische für deine Anfragen tatsächlich bewirkt
Mit einer Nische hat man zwar keinen riesigen Kreis an Paaren mehr, die sich angesprochen fühlen. Das ist aber genau gut so, weil sich ein paar dann richtig gemeint fühlen und nicht so schnell wieder weg sind. Ein Paar, das kleine Hochzeiten mit wenigen Gästen plant und auf deiner Seite liest, dass du genau solche Hochzeiten begleitest, schaut sich nicht noch zehn andere an. Es schreibt dir.
Dazu kommt etwas, das man von außen oft unterschätzt. Eine klare Positionierung macht es Kolleginnen leichter, dich weiterzuempfehlen, weil ihnen dein Name sofort einfällt, wenn genau so ein Paar vor ihnen sitzt. Und sie hilft Google und ChatGPT, dich einzuordnen. Wer überall ein bisschen ist, lässt sich schwer beschreiben.
Drei Fragen, mit denen du deine Positionierung findest
Positionierung klingt nach einem großen Wort. Im Kern sind es drei Fragen. Die Antwort liegt dort, wo sich alle drei treffen.
1. Was macht dir wirklich Freude? Welche Hochzeiten, welche Paare und welche Art von Arbeit geben dir Energie, statt sie dir zu nehmen? Eine Positionierung, die gegen deine Freude läuft, hältst du nicht durch.
2. Wofür schätzen dich deine Paare? Nicht aus deiner Sicht, sondern aus ihrer. Lies dafür alte Dankesnachrichten und Bewertungen. Da steht oft schwarz auf weiß, wofür die Paare dich lieben. Manchmal ist es etwas, das du selbst für selbstverständlich hältst.
3. Wofür gibt es genug Paare, die das auch bezahlen? Die schönste Nische bringt nichts, wenn es dafür zu wenige Hochzeiten gibt. Freude allein ist ein Hobby, nur Wirtschaftlichkeit wird auf Dauer anstrengend. Erst alle drei zusammen ergeben eine Positionierung, die trägt.
Woran du merkst, dass deine Positionierung als Hochzeitsplanerin steht
Der Test ist ganz einfach. Kannst du in einem Satz sagen, was du machst, wo und für welche Paare? Berufsbezeichnung und Ort sind dabei Pflicht, weil Paare, Google und ChatGPT daran erkennen, worum es geht. Alles, was du dazuschreibst, braucht etwas Konkretes. „Für Paare, die keine Hochzeit von der Stange wollen“ passt auf jede zweite Seite. „Hochzeitsplanerin in Köln für kleine Hochzeiten bis fünfzig Gäste“ passt nur auf dich.
Wenn du so einen Satz hast, schick ihn an zwei oder drei Kolleginnen, die dich kennen. Wenn sie sofort nicken, sitzt er.
Dein Test: Was deine drei liebsten Hochzeiten gemeinsam haben
Nimm dir deine drei liebsten Hochzeiten der letzten Jahre. Schreib zu jeder auf, was das Paar ausgemacht hat, wie es dich gefunden hat und was ihm am wichtigsten war. Erinnern, nicht ausdenken. Was bei allen drei auftaucht, ist der Anfang deiner Positionierung.
Lies auch: Empfehlungen in der Hochzeitsbranche: warum das Paar dich danach googelt
Zum Schluss
Was würden deine liebsten Paare sagen, wofür sie dich gebucht haben?
Wenn du deinen Satz suchst oder schon einen hast und wissen willst, ob er sitzt, schauen wir uns das gern zusammen in einem kostenlosen Beratungsgespräch an.
Häufige Fragen zur Positionierung als Hochzeitsplanerin
Bekomme ich mit einer Nische weniger Anfragen?
Am Anfang vielleicht weniger von den Paaren, die ohnehin nicht gepasst hätten. Dafür fühlen sich die passenden Paare stärker angesprochen und schreiben eher.
Wie finde ich meine Positionierung als Hochzeitsplanerin?
Über drei Fragen: Was dir Freude macht, wofür deine Paare dich schätzen und wofür es genug Paare gibt, die das bezahlen. Deine Positionierung liegt dort, wo sich alle drei treffen.
Muss ich Hochzeiten ablehnen, die nicht in meine Nische passen?
Nein. Die Positionierung entscheidet, was du zeigst und wie du schreibst. Ob du eine Anfrage annimmst, entscheidest du weiterhin selbst.
Wo gehört meine Positionierung auf die Website?
Ganz nach oben auf die Startseite, in einem Satz mit Berufsbezeichnung und Ort. Derselbe Satz gehört auch in dein Google-Profil und deine Instagram-Bio.
ÜBER DIE AUTORIN
Alena Scheffler
Ich bin diplomierte Online-Marketing-Managerin und arbeite seit 2020 ausschließlich mit Hochzeitsdienstleistern, also mit allen, die für zukünftige Brautpaare arbeiten. Von der Location über die Hochzeitsplanerin und die Floristin bis zur Traurednerin habe ich bisher über 60 begleitet, damit die richtigen Paare sie finden und auch buchen. Außerdem bin ich Co-Dozentin der German Wedding Academy. Wo du sitzt, spielt keine Rolle: Wir arbeiten per Video-Call und Sprachnachricht zusammen, so wie es in deinen Alltag passt.