Zuletzt aktualisiert am 21. Oktober 2026

„Bei mir läuft es über Empfehlungen.“ Diesen Satz höre ich von Hochzeitsdienstleisterinnen richtig oft, gerade von Kolleginnen, die schon lange dabei sind. Und er stimmt ja auch. In unserer Branche kommt ein großer Teil der Buchungen über Kolleginnen, Locations und Paare, die dich weitererzählen. Ich merke das bei mir selbst, ein großer Teil meiner Kundinnen kommt über Empfehlungen zu mir.

Nur hört eine Empfehlung heute nicht beim Weitersagen auf. Wenn eine Location zu einem Paar sagt „Ruft mal unsere Floristin an, mit der arbeiten wir immer“, dann ruft das Paar nicht einfach an. Es googelt dich zuerst. Was es dort findet, entscheidet mit darüber, ob aus der Empfehlung eine Anfrage wird.

Was ein Brautpaar nach einer Empfehlung macht

Stell dir vor, eine Freundin empfiehlt dir ein Restaurant, von dem sie total begeistert ist. Du gehst trotzdem nicht einfach hin. Du schaust dir vorher die Speisekarte an, liest ein paar Bewertungen und guckst, ob es zu dem Abend passt, den du vorhast. Die Empfehlung hat dich neugierig gemacht, entschieden hast du aber online.

Genauso machen es Brautpaare. Sie geben deinen Namen bei Google ein, klicken auf deine Website, schauen dein Instagram-Profil an und lesen deine Bewertungen. Manche fragen inzwischen auch ChatGPT, was es über dich weiß. Und dabei suchen sie vor allem eins, nämlich die Bestätigung für das, was ihnen über dich erzählt wurde.

Wenn deine Website die Empfehlung nicht bestätigt

Angenommen, die Location hat dich als die Floristin beschrieben, die besonders natürliche Sträuße mit Blumen aus der Region bindet. Auf deiner Website steht dann aber vor allem „florale Träume für deinen schönsten Tag“ und darunter Bilder von ganz verschiedenen Stilen. Das Paar findet nichts Falsches, es findet nur nicht wieder, was es gehört hat. Dann wird aus der warmen Empfehlung eine von mehreren Möglichkeiten und das Paar schaut sich doch noch zwei andere an.

Deshalb arbeitet deine Website auch für dein Empfehlungsgeschäft. Das sind keine zwei getrennten Welten. Je besser deine Seite das wiedergibt, wofür andere dich empfehlen, desto mehr trägt jede Empfehlung bis zur Anfrage.

Warum dich Kolleginnen leichter weiterempfehlen, wenn du klar positioniert bist

Empfehlungen kommen nicht aus dem Nichts. Sie kommen leichter, wenn eine Kollegin in einem Satz sagen kann, für welche Paare du die Richtige bist. Je klarer du zeigst, wofür du stehst, desto eher fällt ihr dein Name ein, wenn genau so ein Paar vor ihr sitzt.

Das ist auch der Grund, warum eine enge Ausrichtung nicht weniger Empfehlungen bringt. Eine Papeteristin, die vor allem für Hochzeiten mit viel Handgeschriebenem bekannt ist, wird bei genau diesen Paaren sofort genannt. Eine, die einfach alles macht, ist in der Erinnerung der Kolleginnen eher eine von vielen.

So bekommst du mehr Empfehlungen von anderen Hochzeitsdienstleistern

Oft passieren Empfehlungen einfach nebenbei. Dabei kannst du es den Menschen, die dich empfehlen, ziemlich leicht machen und das kostet meistens nur eine halbe Stunde.

  • Schick der Location oder der Planerin nach einer gemeinsamen Hochzeit ein paar Bilder, die sie selbst verwenden darf, mit dem Namen der Fotografin dazu.
  • Verlinkt euch gegenseitig auf Instagram und auf euren Websites, wenn ihr regelmäßig zusammenarbeitet.
  • Sag den Kolleginnen, die dich oft empfehlen, einmal ganz konkret, für welche Paare du am liebsten arbeitest. Den Satz, den sie dann weitersagen, darfst du ihnen ruhig vorgeben.
  • Sorg dafür, dass derselbe Satz auch oben auf deiner Website steht. Dann findet das Paar dort genau das wieder, was es gehört hat.

Dein Test: Wie viele Anfragen kommen über Empfehlungen?

Frag ab sofort jedes Paar im Erstgespräch: „Wie habt ihr mich gefunden?“ Trag die Antwort jeden Monat in eine kleine Liste ein. Nach ein paar Monaten weißt du, wie viele deiner Anfragen wirklich über Empfehlungen kommen und von wem. Und dann such einmal selbst bei Google nach deinem Namen und schau, ob das, was dort steht, zu dem passt, was diese Menschen über dich erzählen.

Lies auch: Google Ads für Hochzeitsdienstleister: erst diese vier Fragen

Zum Schluss

Wer hat dich zuletzt empfohlen und weißt du, mit welchem Satz?

Wenn du herausfinden möchtest, ob deine Website schon das sagt, wofür du empfohlen wirst, schauen wir uns das gern zusammen in einem kostenlosen Beratungsgespräch an.

Häufige Fragen zu Empfehlungen in der Hochzeitsbranche

Brauche ich eine Website, wenn ich über Empfehlungen gebucht werde?

Aus meiner Sicht ja, weil ein empfohlenes Paar dich fast immer vorher online anschaut. Die Website ist dann der Ort, an dem es bestätigt findet, was ihm über dich erzählt wurde.

Wie bekomme ich mehr Empfehlungen von anderen Hochzeitsdienstleistern?

Indem du es ihnen leicht machst. Sag ihnen konkret, für welche Paare du die Richtige bist, schick nach gemeinsamen Hochzeiten Bilder und verlinkt euch gegenseitig. Je klarer deine Ausrichtung ist, desto eher fällt dein Name im richtigen Moment.

Zählen Empfehlungen auch für Google und ChatGPT?

Was andere über dich schreiben, wiegt für Google und ChatGPT in der Regel schwerer als das, was du selbst über dich sagst. Verlinkungen von Kolleginnen, Erwähnungen auf ihren Websites und Bewertungen legen deshalb den Grundstein dafür, dass beide besser einordnen können, wofür du stehst.

Wie finde ich heraus, wie viele Anfragen über Empfehlungen kommen?

Frag jedes Paar im Erstgespräch, wie es dich gefunden hat. Das trägst du jeden Monat ein. Eine einfache Tabelle reicht dafür völlig.

Alena Scheffler, Marketing-Beraterin für Hochzeitsdienstleister

ÜBER DIE AUTORIN

Alena Scheffler

Ich bin diplomierte Online-Marketing-Managerin und arbeite seit 2020 ausschließlich mit Hochzeitsdienstleistern, also mit allen, die für zukünftige Brautpaare arbeiten. Von der Location über die Hochzeitsplanerin und die Floristin bis zur Traurednerin habe ich bisher über 60 begleitet, damit die richtigen Paare sie finden und auch buchen. Außerdem bin ich Co-Dozentin der German Wedding Academy. Wo du sitzt, spielt keine Rolle: Wir arbeiten per Video-Call und Sprachnachricht zusammen, so wie es in deinen Alltag passt.

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