Zuletzt aktualisiert am 2. Oktober 2026
Wann hast du zuletzt etwas gesucht, ohne dafür Google aufzumachen? Vielleicht hast du ChatGPT gefragt, welches Hotel auf Mallorca für ein langes Wochenende taugt, oder dir erklären lassen, welches Buchhaltungsprogramm für eine Selbstständige wie dich reicht. Und du hast eine Antwort bekommen, keine Liste mit zehn Links.
Genau so fragen auch die Paare, die dich buchen sollen. Sie tippen nicht mehr nur „Traurednerin Düsseldorf“ in die Google-Suche, sondern erzählen ChatGPT gleich ihre ganze Hochzeit: „Wir heiraten im Juni in der Nähe von Düsseldorf, freie Trauung im Garten, ungefähr 70 Gäste, wir wollen es persönlich und nicht kitschig. Welche Traurednerin passt zu uns?“ ChatGPT antwortet mit ein paar Namen und schreibt gleich dazu, warum.
Die Frage für dich ist dann nicht mehr nur, ob du bei Google weit oben stehst. Die Frage ist, ob du in dieser Antwort überhaupt vorkommst.
Dafür gibt es inzwischen einen Fachbegriff: GEO. Das steht für Generative Engine Optimization und klingt erst einmal sperrig, meint aber etwas ganz Einfaches. Es geht darum, dass ChatGPT, Gemini oder Perplexity verstehen, was du machst. Dann können sie dich auch in ihren Antworten nennen. SEO kennst du wahrscheinlich schon: Das ist alles, was dafür sorgt, dass Google deine Website versteht und Paaren zeigt, wenn sie nach einer wie dir suchen. GEO ist sozusagen der Schwesterbegriff für ChatGPT. Ich erkläre dir beides hier in normalen Worten, damit du weißt, wovon die Rede ist, wenn dir die Begriffe das nächste Mal begegnen. Was das für deine eigene Website heißt, findest du auf meiner Seite zur KI-Sichtbarkeit.
SEO und GEO: der Unterschied zwischen Google und ChatGPT
Bei Google bekommt das Paar eine Liste. Es klickt sich durch, scannt deine Startseite, vergleicht mit zwei Kolleginnen und entscheidet dann, wem es schreibt. ChatGPT nimmt ihm diesen Teil ab. Es liest für das Paar, sortiert vor und liefert eine Antwort, in der oft schon eine Empfehlung steckt. Wer da genannt wird, ist im Rennen, bevor das Paar überhaupt eine Website geöffnet hat.
Stell dir vor, du fragst eine Freundin nach einem guten Restaurant in Köln. Sie nennt dir keins, bei dem sie nicht sagen kann, warum es gut ist. Sie nennt dir das, bei dem sie weiß, was dort gekocht wird und ob es zu dir passt. ChatGPT funktioniert in diesem Punkt ähnlich: Es empfiehlt eher die, deren Arbeit es erklären kann.
Heißt das, dass Google jetzt egal ist? Nein, im Gegenteil. ChatGPT holt sich seine Antworten zu einem großen Teil aus dem, was es im Netz über dich findet: deine Website, dein Google-Profil, deine Bewertungen, die Portale, auf denen du stehst. Eine Website, die sauber gebaut ist und die Fragen der Paare beantwortet, bleibt deshalb die Grundlage. Neu ist nur, dass deine Texte jetzt zwei Leser haben: das Paar und die KI, die für das Paar vorliest.
Was ChatGPT braucht, um dich als Hochzeitsdienstleister zu empfehlen
Eine KI liest anders als ein Brautpaar. Das Paar lässt sich von einem schönen Bild einfangen und liest einen Satz wie „Wir machen Träume wahr“ mit einem Lächeln. ChatGPT kann mit diesem Satz nichts anfangen, weil nichts darin steht, was es weitergeben könnte. Es sucht nach Aussagen, die sich in eine Antwort übernehmen lassen: was du machst, wo du das machst, für welche Hochzeiten und was dich von anderen unterscheidet.
Das ist übrigens genau das, was ein Paar auch wissen will, bevor es dir schreibt. Es sagt es nur nicht so direkt.
Drei Hebel, mit denen du deine Texte für ChatGPT lesbar machst
1. Beantworte die Frage, mit der das Paar kommt
Auf vielen Hochzeitsseiten stehen oben erst ein paar stimmungsvolle Sätze und die eigentliche Information kommt weiter unten. Für das Paar ist das ein schöner Einstieg, für ChatGPT ist es ein Umweg. Wenn die ersten zwei Sätze sagen, was du machst und wo, haben beide etwas davon.
Ein Beispiel aus der Floristik. Statt:
„Mit Liebe zum Detail verwandeln wir eure Vision in ein florales Erlebnis.“
lieber:
„Hochzeitsfloristik in Düsseldorf und Umgebung: Brautstrauß, Trauungsdeko und Tischblumen für freie Trauungen und Feiern auf Gutshöfen.“
Die zweite Version ist nicht poetischer. Aber nach einem Satz weiß jedes Paar, ob es hier richtig ist. Und ChatGPT weiß, wofür es dich nennen kann.
Dein Quick-Check: Nimm dir deine drei wichtigsten Seiten vor, also Startseite, Leistungen und Über mich. Lies jeweils nur die ersten zwei Sätze. Würde ein Paar danach wissen, was du machst, wo und für welche Hochzeiten? Wenn du dafür weiterlesen musst, weißt du, wo du anfängst.
2. Gib deinen Texten eine Ordnung, die man lesen kann
Der Punkt klingt fast zu einfach, aber er trägt am meisten: Was nicht als Text auf deiner Seite steht, kann ChatGPT kaum verwerten. Und was zwar dasteht, aber in einem langen Absatz verschwindet, findet es schlechter. Diese Dinge helfen:
- Überschriften, die sagen, was kommt. „Hochzeitsfloristik in Düsseldorf“ statt „Blütenzauber“.
- Ein Gedanke pro Satz. Damit meine ich nicht kurze Sätze, sondern Sätze ohne Verschachtelung, bei denen man am Ende noch weiß, wie sie angefangen haben.
- Listen und Tabellen für alles, was man vergleicht. Deine Leistungen, deine Pakete, was im Paket enthalten ist und was dazugebucht werden kann.
- Fragen und Antworten. Schreib die Fragen auf, die Paare dir im Erstgespräch immer wieder stellen. Beantworte sie dann auf deiner Website. Kommst du auch nach Mallorca? Wie lange vorher sollten wir buchen? Was passiert bei Regen?
- Konkrete Angaben statt Beschreibungen. Wie viele Gäste in deine Location passen, welche Region du abdeckst, welche Sprachen du sprichst. Eine Angabe, die stimmt, sagt mehr als drei schöne Adjektive. Und wenn du in einem Magazin oder auf einem Hochzeitsblog erwähnt wurdest, verlinke es, weil das eine Quelle ist, die nicht von dir selbst kommt.
- Text zu allem, was gesprochen wird. Wenn du als DJ in einem Reel erklärst, wie du den Eröffnungstanz mit dem Paar vorbereitest, steckt richtig gutes Wissen darin. Für ChatGPT bleibt dieses Video aber stumm, solange das Gesagte nirgends als Text steht. Eine Caption, die es aufnimmt, oder ein kurzer Absatz auf deiner Website macht daraus etwas, das sich lesen lässt.
3. Frag ChatGPT selbst, was es über dich weiß
Bevor du jetzt alle Texte neu schreibst: Schau erst einmal nach, wo du stehst. Schreib dir zehn Fragen auf, die ein Paar stellen könnte, das genau zu dir passt. Nicht „beste Hochzeitsplanerin“, sondern so, wie Paare wirklich fragen, mit ihrer Hochzeit im Kopf:
- „Welche Hochzeitslocation in der Nähe von Köln hat Platz für 100 Gäste und Zimmer zum Übernachten?“
- „Wir wohnen in Deutschland und wollen auf Mallorca heiraten. Welche Hochzeitsplanerin organisiert das für uns?“
- „Welche Traurednerin in Düsseldorf macht freie Trauungen auf Deutsch und Englisch?“
Stell diese Fragen ChatGPT. Wenn du magst, auch Gemini oder Perplexity, am besten jeweils in einem neuen Chat. Dann schau hin:
- Kommst du vor?
- Welche Kolleginnen werden genannt und mit welcher Begründung?
- Auf welche Seiten beruft sich die Antwort, also deine Website, Portale oder Bewertungen?
- Womit wirst du verbunden? Passt das zu dem, wofür du gebucht werden willst?
- Was fehlt, was ist falsch oder veraltet?
Wenn du beim ersten Mal nicht auftauchst, sagt das nichts über deine Arbeit. Es sagt nur etwas darüber, was ChatGPT bisher über dich lesen kann.
Und schau nicht nur einmal. Die Antworten sind nicht fest, sie ändern sich mit der Zeit und manchmal schon, wenn du dieselbe Frage zweimal stellst. Deshalb lohnt es sich, dieselben Fragen alle paar Wochen noch einmal zu stellen und kurz aufzuschreiben, was sich verändert hat. Ja, ich weiß. Noch ein Punkt für die Liste. Aber es ist der Punkt, an dem du siehst, ob der Rest etwas bringt.
Hilft Instagram bei der Sichtbarkeit in ChatGPT?
Instagram ist ein eigener Ort mit eigenen Regeln. Für die Frage, ob ChatGPT versteht, was du machst, zählen dort vor allem drei Dinge.
- Captions, die etwas sagen. Drei Zeilen unter einem schönen Bild sind schnell geschrieben, wer kennt’s. Man erfährt daraus nur nicht, was du machst und für wen.
- Dieselben Worte überall. Wenn du auf der Website „Hochzeitsfloristin in Düsseldorf“ bist, im Google-Profil „Floristik & Events“ und in der Bio „Floral Artist“, muss ChatGPT erst zusammenpuzzeln, dass das eine Person ist. Nimm eine Bezeichnung und bleib dabei.
- Etwas Eigenes. Was du auf Hochzeiten beobachtest, was Paare dich fragen, was du heute anders machst als am Anfang: Das steht so nirgends sonst. Und genau das ist es, was ChatGPT bei dir findet und bei niemand anderem.
GEO für Hochzeitsdienstleister: so fängst du an
Du musst dafür nicht dein ganzes Marketing umbauen. Das meiste davon ist Arbeit an Texten, die du schon hast. Und sie wirkt weit über ChatGPT hinaus, weil ein Paar, das nach zwei Sätzen versteht, was du machst, auch eher bleibt.
Versprechen kann dir niemand, dass ChatGPT dich empfiehlt. Was du in der Hand hast, ist der Grundstein: dass alles, was über dich im Netz steht, klar sagt, was du machst, wo und für welche Paare. Damit können ChatGPT, Google und die Paare selbst einordnen, wofür du stehst.
Wenn du dir das zusammen mit mir anschauen magst, vereinbar dir ein Beratungsgespräch. Dann stellen wir ChatGPT gemeinsam die Fragen deiner Paare und schauen, wo es sich bei dir am meisten lohnt anzufangen.
Häufige Fragen zu GEO für Hochzeitsdienstleister
Was ist der Unterschied zwischen SEO und GEO?
SEO sorgt dafür, dass Google deine Website versteht und in den Suchergebnissen zeigt. Dort entscheidet das Paar selbst, welchen Link es anklickt. Bei GEO geht es darum, dass ChatGPT und andere KIs verstehen, was du machst. Dort bekommt das Paar keine Liste, sondern eine fertige Antwort, in der du genannt werden kannst. Beides baut auf denselben Grundlagen auf: klare Texte, eine sauber gebaute Website und Angaben, die überall gleich sind.
Brauche ich dafür eine neue Website?
Meistens nicht sofort. Oft reicht es, die vorhandenen Texte klarer zu machen: die ersten Sätze, die Überschriften, ein Abschnitt mit Fragen und Antworten. Wenn ohnehin eine neue Website ansteht, denk es von Anfang an mit, dann musst du nicht zweimal ran.
Ist Google dann bald unwichtig?
Nein. Viele Paare suchen weiter bei Google und ChatGPT greift selbst auf das zurück, was im Netz über dich steht. Bei mir gehören beide zusammen, weil eine Website, die Google gut versteht, auch für ChatGPT eine gute Grundlage ist.
Wie schnell merke ich etwas?
Das kann dir niemand seriös auf den Tag sagen, weil du nicht beeinflussen kannst, wann ChatGPT deine Seiten neu liest. Was du sofort hast, ist eine Website, auf der ein Paar nach zwei Sätzen weiß, ob es bei dir richtig ist.
Muss ich dafür technisch etwas können?
Für das meiste nicht. Überschriften, erste Sätze und Fragen mit Antworten schreibst du selbst. Es gibt zusätzlich technische Angaben im Hintergrund einer Website, mit denen man Google und ChatGPT sagt, worum es auf einer Seite geht. Die helfen, ersetzen aber keine klaren Texte.
Wie ich Websites baue, die Google und die KI verstehen: Website, SEO und KI-Sichtbarkeit für Hochzeitsdienstleister.

ÜBER DIE AUTORIN
Alena Scheffler
Ich bin diplomierte Online-Marketing-Managerin und arbeite seit 2020 ausschließlich mit Hochzeitsdienstleistern, also mit allen, die für zukünftige Brautpaare arbeiten. Von der Location über die Hochzeitsplanerin und die Floristin bis zur Traurednerin habe ich bisher über 60 begleitet, damit die richtigen Paare sie finden und auch buchen. Außerdem bin ich Co-Dozentin der German Wedding Academy. Wo du sitzt, spielt keine Rolle: Wir arbeiten per Video-Call und Sprachnachricht zusammen, so wie es in deinen Alltag passt.