Zuletzt aktualisiert am 2. November 2026
Du hast deine Ausbildung zur Traurednerin hinter dir oder steckst gerade mittendrin. Die ersten Zeremonien hast du vielleicht schon im Freundeskreis gehalten und es hat sich richtig gut angefühlt. Jetzt willst du, dass auch Paare dich finden, die dich nicht kennen. Und plötzlich prasseln von allen Seiten Tipps auf dich ein: Reels machen, eine Website bauen, Werbung schalten, auf Hochzeitsmessen gehen.
Das Gefühl, alles gleichzeitig machen zu müssen, kennen fast alle, die neu starten. Dabei ist die Reihenfolge viel wichtiger als die Menge. In diesem Artikel geht es nicht um die Ausbildung selbst, sondern darum, wie Paare dich finden und dir schreiben.
Warum die Reihenfolge am Anfang so wichtig ist
Am Anfang ist das Geld meistens knapp und die Zeit auch. Deshalb lohnt es sich besonders, die Dinge in einer Reihenfolge anzugehen, in der eins auf dem anderen aufbaut. Wer zuerst Werbung schaltet und dann merkt, dass die Website noch nicht sagt, wofür sie steht, hat für Klicks bezahlt, die nichts bringen.
Das A und O ist, dass du klar hast, was du machen willst und wofür du stehst. Und natürlich, dass du dein Handwerk kannst. Dann kommt das, was Paare von dir sehen. Erst danach kommt alles, was mehr Menschen dorthin bringt.
Schritt 1: Wofür du als Traurednerin gebucht werden willst
Bevor du die erste Seite baust, lohnt sich eine Frage: Für welche Paare willst du Zeremonien schreiben? Vielleicht für Paare, die eine kleine Trauung im Garten planen, oder für zweisprachige Paare, oder für Paare, die viel Humor in der Zeremonie wollen. Am Anfang musst du das noch nicht perfekt wissen. Aber eine Richtung hilft dir bei jedem weiteren Schritt.
Wenn du noch keine Hochzeiten hattest, nimm die Zeremonien, die du schon gehalten hast, oder die, auf die du dich am meisten freuen würdest. Was hat dir daran Freude gemacht? Das ist der Anfang deiner Positionierung.
Schritt 2: Eine einfache Website, die sagt, was du machst und wo
Du brauchst am Anfang keine große Website. Du brauchst eine, die einem Paar in wenigen Sekunden sagt, was du machst, wo und für wen. Ganz oben gehören deine Berufsbezeichnung und dein Ort hin, also zum Beispiel „Freie Traurednerin in München“. Dazu ein Foto von dir, ein paar Sätze dazu, wie eine Zeremonie mit dir abläuft. Und natürlich ein einfacher Weg zur Anfrage.
Ob du die Website selbst baust oder abgibst, ist beides in Ordnung. Wichtig ist nur, dass du sie nicht nebenbei machst, sondern dir dafür wirklich Zeit nimmst. Sonst wird sie nicht fertig und du wartest mit allem anderen auf sie.
Schritt 3: Google-Unternehmensprofil und erste Bewertungen
Viele Paare suchen bei Google nach einer Traurednerin in ihrer Nähe. Ein Google-Unternehmensprofil ist kostenlos und oft das Erste, was ein Paar von dir sieht. Trag dort deine Leistung, deine Region und ein paar Bilder ein.
Und frag von Anfang an jedes Paar nach einer Bewertung, auch die aus dem Freundeskreis, wenn sie eine echte Zeremonie mit dir erlebt haben. Am besten am Tag danach, wenn alles noch ganz frisch ist. Bewertungen sind für ein neues Paar der Beweis, dass andere dir schon vertraut haben.
Schritt 4: Ein Kanal, auf dem Paare dich kennenlernen
Erst dann kommt Social Media dazu. Such dir einen Kanal aus, den du gern machst, für viele ist das Instagram. Zeig dort, wie du arbeitest und wer du bist. Gerade als Traurednerin buchen Paare dich als Person, weil du an einem der wichtigsten Tage ihres Lebens vor ihnen stehst.
Werbung, Hochzeitsmessen und Portale können später sinnvoll sein. Sie verstärken aber nur, was schon da ist. Am Anfang würde ich das Geld lieber in eine gute Website und gute Fotos von dir stecken.
Dein Test: dein Vorstellungssatz als Traurednerin
Schreib einen Satz auf, so als würdest du dich einem Paar vorstellen: Ich bin freie Traurednerin in (dein Ort) und schreibe Zeremonien für Paare, die (was dich ausmacht). Wenn dir das Ende des Satzes schwerfällt, ist das völlig normal. Dann weißt du, womit du anfängst.
Lies auch: Positionierung als Hochzeitsplanerin: warum eine Nische nicht weniger Anfragen heißt
Zum Schluss
Welche Zeremonie würdest du am liebsten jedes Wochenende halten?
Wenn du am Anfang wissen willst, was bei dir zuerst dran ist, schauen wir uns das gern zusammen in einem kostenlosen Beratungsgespräch an.
Häufige Fragen zum Start als Traurednerin
Wie bekomme ich als neue Traurednerin die ersten Anfragen?
Mit einer einfachen Website, die sagt, was du machst und wo, einem Google-Unternehmensprofil und den ersten Bewertungen. Dazu ein Kanal wie Instagram, auf dem Paare dich als Person kennenlernen.
Brauche ich als neue Traurednerin schon eine eigene Website?
Ja, aber keine große. Eine Seite, die sagt, wer du bist, wo du arbeitest und wie man dich anfragt, reicht für den Anfang. Paare schauen sie sich an, egal wie sie dich gefunden haben.
Soll ich am Anfang Werbung schalten?
Lieber erst, wenn Website und Google-Profil stehen und schon ab und zu Anfragen kommen. Vorher bezahlst du für Klicks auf eine Seite, die noch nicht überzeugt.
Was macht mich als neue Traurednerin unterscheidbar?
Deine Art, Zeremonien zu schreiben und zu halten. Dazu die Paare, für die du das am liebsten machst. Je klarer du das auf deiner Seite zeigst, desto eher schreiben dir genau diese Paare.
ÜBER DIE AUTORIN
Alena Scheffler
Ich bin diplomierte Online-Marketing-Managerin und arbeite seit 2020 ausschließlich mit Hochzeitsdienstleistern, also mit allen, die für zukünftige Brautpaare arbeiten. Von der Location über die Hochzeitsplanerin und die Floristin bis zur Traurednerin habe ich bisher über 60 begleitet, damit die richtigen Paare sie finden und auch buchen. Außerdem bin ich Co-Dozentin der German Wedding Academy. Wo du sitzt, spielt keine Rolle: Wir arbeiten per Video-Call und Sprachnachricht zusammen, so wie es in deinen Alltag passt.