Zuletzt aktualisiert am 27. Oktober 2026
Dein letztes Reel lief richtig gut, viele Aufrufe, ein paar neue Follower und sogar ein paar Kommentare von Kolleginnen. Eine Anfrage kam danach trotzdem nicht. Und eine Woche später schreibt dir ein Paar, das sagt, es habe dich über Google gefunden. Über die Seite, an der du seit einem Jahr nichts gemacht hast.
So etwas passiert oft und es zeigt, warum die Zahlen, auf die man jeden Tag schaut, selten die sind, die zählen. Follower, Likes und Aufrufe schwanken ständig und sagen erstaunlich wenig darüber, ob dein Kalender voll wird. Es gibt drei Zahlen, die dir viel mehr verraten. Keine davon braucht ein Programm.
Warum Follower und Likes wenig über Buchungen sagen
Follower, Likes und Reichweite sind nicht wertlos. Sie zeigen dir, ob dein Inhalt gesehen wird. Nur hängen sie stark daran, was die Plattform gerade ausspielt. Außerdem schwanken sie von Woche zu Woche. Ein Beitrag mit vielen Aufrufen und keiner Anfrage bringt dir weniger als ein stiller Beitrag, nach dem sich genau ein passendes Paar meldet.
Dazu kommt, dass auf Instagram oft vor allem Kolleginnen reagieren. Das fühlt sich gut an, weil man in der Branche so gut vernetzt ist. Ein Paar, das dich buchen will, liked aber selten. Es schaut, speichert vielleicht und schreibt dir irgendwann. Diese Paare siehst du in den Likes gar nicht.
Zahl 1: Wie viele Anfragen kommen und woher
Die wertvollste Frage im ganzen Marketing ist eine ganz einfache. Frag jedes Paar im Erstgespräch: „Wie habt ihr mich gefunden?“ Und dann schreib die Antwort auf.
Nur so weißt du nach ein paar Monaten, welcher Weg dir wirklich Paare bringt. Vielleicht kommt ein großer Teil über eine bestimmte Location, die dich empfiehlt. Vielleicht über Google, obwohl du dachtest, dass dort niemand sucht. Vielleicht über Instagram, aber nur über die Beiträge, in denen du selbst zu sehen bist. Ohne die Frage bleibt das alles ein Gefühl.
Zahl 2: Wie viele Anfragen zu Gespräch und Buchung werden
Schreib zu jeder Anfrage dazu, ob daraus ein Gespräch wurde und ob das Paar gebucht hat. Damit siehst du, an welcher Stelle es hakt.
Wenn viele Anfragen kommen, aber wenige Gespräche, dann passen die Anfragen oft nicht zu dir oder deine erste Antwort erreicht die Paare nicht. Dann lohnt sich ein Blick auf deine Website und darauf, wie du antwortest. Wenn viele Gespräche stattfinden, aber wenige buchen, liegt es eher am Gespräch selbst oder am Angebot. Das sind zwei ganz verschiedene Baustellen und ohne diese Zahl arbeitest du womöglich an der falschen.
Zahl 3: Was dir pro Hochzeit wirklich übrig bleibt
Das ist die unbequemste der drei. Schreib bei einer Hochzeit einmal ehrlich alle Stunden auf, von der ersten Nachricht bis zur letzten Mail danach. Dann schau, was dir pro Stunde bleibt.
Diese Zahl entscheidet darüber, ob du überhaupt mehr Hochzeiten brauchst oder eher andere. Manchmal ist der Kalender gar nicht das Problem, sondern dass die Hochzeiten, die du machst, mehr Zeit kosten, als sie dir bringen. Dann hilft mehr Marketing nicht, sondern ein klarerer Blick darauf, für welche Paare du arbeitest.
So behältst du deine Marketing-Zahlen ohne Programm im Blick
Leg dir eine ganz einfache Tabelle an, auf dem Laptop oder auf Papier. Pro Anfrage eine Zeile mit Datum, woher das Paar kam, ob es ein Gespräch gab und ob es gebucht hat. Einmal im Monat schaust du drauf. Das dauert zehn Minuten.
Nach einem halben Jahr weißt du über dein eigenes Marketing mehr, als dir jede Statistik einer Plattform sagen kann. Und du weißt, worauf du deine Zeit verwendest und worauf nicht.
Dein Test: deine Anfragen-Tabelle mit vier Spalten
Leg die Tabelle jetzt an, mit vier Spalten: Datum, woher, Gespräch, gebucht. Dann geh deine Anfragen der letzten drei Monate durch und trag ein, was du noch weißt. Auch wenn es lückenhaft ist, siehst du vielleicht schon ein erstes Muster.
Lies auch: Google Ads für Hochzeitsdienstleister: erst diese vier Fragen
Zum Schluss
Weißt du, über welchen Weg dein letztes Paar zu dir gekommen ist?
Wenn du deine Zahlen einmal zusammen mit mir anschauen willst, geht das gern in einem kostenlosen Beratungsgespräch.
Häufige Fragen zu Marketing-Zahlen für Hochzeitsdienstleister
Welche Zahlen sollte ich als Hochzeitsdienstleisterin im Blick haben?
Drei: wie viele Anfragen kommen und woher, wie viele davon zu einem Gespräch und einer Buchung werden und was dir pro Hochzeit wirklich übrig bleibt. Die erste bekommst du mit der Frage, wie das Paar dich gefunden hat.
Sind Follower und Likes unwichtig?
Nicht unwichtig, aber sie sagen wenig darüber, ob du gebucht wirst. Sie zeigen, ob dein Inhalt gesehen wird. Ob daraus Anfragen werden, siehst du nur an den Anfragen selbst.
Brauche ich dafür ein Programm?
Nein. Eine einfache Tabelle reicht völlig, auf dem Laptop oder auf Papier. Wichtig ist nur, dass du jede Anfrage einträgst.
Wie lange dauert es, bis ich etwas erkenne?
Nach ein paar Monaten siehst du erste Muster. Nach einem halben Jahr hast du ein ziemlich gutes Bild davon, was bei dir wirkt.
ÜBER DIE AUTORIN
Alena Scheffler
Ich bin diplomierte Online-Marketing-Managerin und arbeite seit 2020 ausschließlich mit Hochzeitsdienstleistern, also mit allen, die für zukünftige Brautpaare arbeiten. Von der Location über die Hochzeitsplanerin und die Floristin bis zur Traurednerin habe ich bisher über 60 begleitet, damit die richtigen Paare sie finden und auch buchen. Außerdem bin ich Co-Dozentin der German Wedding Academy. Wo du sitzt, spielt keine Rolle: Wir arbeiten per Video-Call und Sprachnachricht zusammen, so wie es in deinen Alltag passt.